Energiewirtschaft: Der Kampf von Öl und Gas gegen Sonne, Wind und Erdwärme

Der Kampf Der Energieträger

Die globale Energiewirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel, der durch die Kriegshandlungen in der Ukraine, in Gaza und im Iran eine dramatische  Dynamik gewonnen hat. Politik und Industrie, insbesondere die deutsche und europäische Autoindustrie können sich immer noch nicht von der fossilen Welt trennen und riskieren damit im Wettbewerb mit China die Zweit-, ja sogar Drittklassigkeit.  

Ökologische Probleme

Fossile Energieträger wie Öl und Gas dominierten über ein Jahrhundert lang die Energieversorgung und ermöglichten wirtschaftliches Wachstum und Industrialisierung. Gleichzeitig führten sie zu erheblichen ökologischen Problemen, insbesondere zum Klimawandel. Seit einigen Jahrzehnten gewinnen erneuerbare Energien wie Sonne, Wind und Erdwärme zunehmend an Bedeutung.

Transformationsprozess als Kampf

Technologischer Fortschritt, politische Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher Druck treiben diese Entwicklung voran. Der „Kampf“ zwischen fossilen und erneuerbaren Energien ist dabei weniger ein plötzlicher Umbruch als vielmehr ein komplexer Transformationsprozess, der wirtschaftliche, geopolitische und ökologische Dimensionen umfasst..

Aufstieg der erneuerbaren Energien

Seit den 1970er Jahren, verstärkt durch Ölkrisen und Umweltbewegungen, begann die Suche nach alternativen Energiequellen. Anfangs galten erneuerbare Energien als teuer und ineffizient, doch technologische Fortschritte veränderten dieses Bild grundlegend.

Solarenergie

Die Solarenergie entwickelte sich von einer Nischentechnologie zu einer der günstigsten Formen der Stromerzeugung. Photovoltaikanlagen wurden effizienter und kostengünstiger, wodurch ihre Verbreitung weltweit stark zunahm. Auch die Windenergie erlebte einen rasanten Ausbau, insbesondere in Europa, China und den USA. Moderne Windkraftanlagen erreichen heute hohe Leistungen und sind sowohl an Land als auch auf See im Einsatz.

Geothermie

Die Geothermie, also die Nutzung von Erdwärme, spielt vor allem regional eine wichtige Rolle. In Ländern mit geeigneten geologischen Voraussetzungen kann sie eine konstante und verlässliche Energiequelle darstellen.

Politische Maßnahmen wie Subventionen, Einspeisevergütungen und CO₂-Bepreisung trugen wesentlich dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energien zu stärken.

Der aktuelle Wettbewerb: Systemkonflikt statt reiner Konkurrenz

Der vermeintliche „Kampf“ zwischen fossilen und erneuerbaren Energien ist komplexer als ein einfacher Wettbewerb. Vielmehr handelt es sich um einen Systemkonflikt zwischen zwei unterschiedlichen Energieparadigmen.

Dezentralität statt Zentralität

Fossile Energieträger basieren auf zentralisierten Strukturen mit großen Kraftwerken und globalen Lieferketten. Erneuerbare Energien hingegen ermöglichen eine dezentralere Energieversorgung, etwa durch Solaranlagen auf Hausdächern oder lokale Windparks.

Volatilität der erneuerbaren als Problem

Ein zentrales Problem der erneuerbaren Energien ist ihre Volatilität: Sonne und Wind stehen nicht kontinuierlich zur Verfügung. Daher sind Speichertechnologien, Netzausbau und intelligente Steuerungssysteme entscheidend für ihre Integration in das Energiesystem.Gleichzeitig versuchen Öl- und Gaskonzerne, ihre Geschäftsmodelle anzupassen. Viele investieren inzwischen selbst in erneuerbare Energien oder in Technologien wie Wasserstoff und CO₂-Abscheidung. Dies zeigt, dass die Grenzen zwischen den beiden „Lagern“ zunehmend verschwimmen.

Aktuelle Aufteilung der Energieträger (Stand 2024–2025)

Um die heutige Situation zu verstehen, muss zwischen Primärenergie und Stromerzeugung unterschieden werden.Weltweit stammen noch immer rund 80 % der gesamten Primärenergie aus fossilen Quellen (Öl, Gas und Kohle). Erneuerbare Energien und Kernenergie kommen zusammen auf etwa 20 %. Öl bleibt dabei der wichtigste einzelne Energieträger.

Stromsektor bereits fast 50 Prozent mit erneuerbarer Energie

Im Stromsektor zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Fossile Energien liefern hier noch etwa 60–65 % der Elektrizität, während erneuerbare Energien bereits rund ein Drittel (ca. 33–34 %) ausmachen. Innerhalb der erneuerbaren Energien spielen Wasserkraft, Windenergie und Solarenergie die größte Rolle. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Energiewende vor allem im Stromsektor bereits weit fortgeschritten ist, während Verkehr und Industrie weiterhin stark von fossilen Energieträgern abhängig sind.

Verschiebungen in den letzten 10 Jahren (2015–heute)

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Energielandschaft spürbar verändert, allerdings weniger durch einen Rückgang fossiler Energien als durch das schnelle Wachstum erneuerbarer Quellen. Der Anteil fossiler Energieträger an der globalen Energieversorgung ist nur leicht von etwa 83 % auf rund 80 % gesunken. In absoluten Zahlen ist ihr Verbrauch jedoch kaum zurückgegangen, da der weltweite Energiebedarf weiter wächst. Erdgas konnte teilweise sogar an Bedeutung gewinnen, da es häufig als Übergangstechnologie genutzt wird. Deutlich dynamischer entwickelte sich hingegen der Bereich der erneuerbaren Energien. Ihr Anteil an der Stromerzeugung stieg von etwa einem Viertel im Jahr 2015 auf über ein Drittel bis heute.. Besonders die Solarenergie verzeichnete ein exponentielles Wachstum, während auch die Windenergie stark zulegte.

Wichtiger Wendepunkt: Erneuerbare decken Zusatzbedarf ab:

Ein wichtiger Wendepunkt ist erreicht: Inzwischen decken erneuerbare Energien den Großteil des zusätzlichen Strombedarfs weltweit. In einzelnen Jahren wurde das Wachstum der Stromnachfrage sogar vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt. Diese Entwicklung zeigt, dass nicht unbedingt fossile Energien verdrängt werden, sondern dass neue Nachfrage zunehmend durch erneuerbare Quellen gedeckt wird.

Zukunftsperspektiven und Prognosen (bis 2030/2035)

Für die kommenden Jahre wird ein weiterer deutlicher Ausbau der erneuerbaren Energien erwartet. Insbesondere die Solarenergie dürfte aufgrund sinkender Kosten und einfacher Skalierbarkeit die wichtigste Rolle spielen. Prognosen gehen davon aus, dass erneuerbare Energien bis 2030 einen Anteil von 40 bis 50 % an der globalen Stromerzeugung erreichen könnten.

Fossile Energieträger werden jedoch nicht abrupt verschwinden. Vielmehr ist davon auszugehen, dass ihre Nachfrage in den nächsten zehn Jahren ein Plateau erreicht und erst langfristig zurückgeht. Erdgas wird dabei voraussichtlich eine wichtige Rolle als flexible Ergänzung zu den schwankenden erneuerbaren Energien spielen.

Neue Technologien treiben den Wandel

Entscheidend für den weiteren Verlauf der Energiewende sind technologische Entwicklungen. Dazu gehören insbesondere Energiespeicher wie Batterien, der Ausbau von Stromnetzen sowie neue Energieträger wie grüner Wasserstoff. Ohne diese Technologien kann die Integration erneuerbarer Energien nicht vollständig gelingen.

Aktuelles Beispiel:  Chiina produziert bereits Batterien, die Autoss Reichweiten bis zu 1500 km ohne Nachladen ermöglicht.

Langfristig deutet vieles darauf hin, dass erneuerbare Energien zusammen mit ergänzenden Technologien die dominante Rolle im Energiesystem übernehmen werden, während fossile Energien vor allem in schwer zu ersetzenden Bereichen bestehen bleiben.

Quellen

  • International Energy Agency (IEA) (2025): Global Energy Review 2025
  • International Energy Agency (IEA) (2025): Renewables 2025 Report
  • Our World in Data (2024): Global Energy Mix & Electricity Mix
  • BP Statistical Review of World Energy (2023/2024)
  • McKinsey & Company (2024): Global Energy Perspective
  • Resources for the Future (RFF) (2025): Global Energy Outlook
  • The Guardian (2026): Clean energy generation exceeded global electricity demand growth
  • Axios (2026): Solar and renewables surpass coal in electricity generation
  • Le Monde (2025): Global transition from fossil fuels to renewables

 

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