Dimensionen unternehmerischer Verantwortung in schwierigen Zeiten

Was Unternehmer und besonders auch Manager in Konzernen bei rückläufiger Entwicklung und gewaltigen neuen technischen Möglichkeiten tun können

Unternehmerische Verantwortung wird häufig noch immer vor allem als Verantwortung für das bestehende Unternehmen und Geschäft verstanden: Kosten senken, Wettbewerbsfähigkeit sichern, Arbeitsplätze abbauen, Werke schließen und die Bilanz stabilisieren. Das kann kurzfristig notwendig sein. Es ist aber keine unternehmerische Strategie für eine Welt, in der sich Märkte, Technologien und Geschäftsmodelle in einem atemberaubenden Tempo verändern.

Unternehmer müssen wieder unternehmen.

Das klingt selbstverständlich, ist es aber längst nicht mehr. In vielen etablierten Unternehmen wird der Schwerpunkt auf das Management des Rückgangs gelegt, statt auf die Gestaltung der Zukunft. Wenn ein Geschäftsbereich schrumpft, wird die Produktion reduziert. Wenn die Nachfrage sinkt, werden Kapazitäten abgebaut. Wenn die Kosten zu hoch sind, werden Mitarbeiter entlassen.  Doch was kommt danach? Genau hier beginnt die eigentliche unternehmerische Verantwortung.

Nicht den Niedergang verwalten, sondern Zukunft schaffen

Ein Unternehmen, dessen bisheriges Geschäftsmodell an seine Grenzen stößt, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Es kann den Rückgang möglichst effizient verwalten oder es kann versuchen, das nächste Wachstumsgeschäft aufzubauen. Die zweite Variante ist schwieriger. Sie verlangt Investitionen, Mut, Risikobereitschaft und vor allem die Bereitschaft, sich vom bisherigen Geschäftsmodell zu lösen.

Zukunftschancen wahrnehmen

Unternehmerische Verantwortung bedeutet deshalb heute mehr als Arbeitsplatzsicherung. Sie bedeutet, neue Arbeitsplätze, neue Produkte, neue Märkte und neue Perspektiven zu schaffen.

Dazu stehen Unternehmen heute mehr Möglichkeiten als jemals zuvor zur Verfügung:

  • Kooperationen mit Startups und jungen Technologieunternehmen
  • Beteiligungen und strategische Übernahmen
  • Zukauf von Lizenzen und Technologien
  • Aufbau eigener Venture-Capital-Aktivitäten
  • Entwicklung neuer Geschäftsmodelle
  • Eintritt in angrenzende Zukunftsmärkte
  • Nutzung von künstlicher Intelligenz und Robotik
  • systematische Umschulung und Weiterentwicklung der eigenen Mitarbeiter

Das Unternehmen der Zukunft muss deshalb nicht nur fragen: „Wie können wir billiger produzieren?“, sondern vor allem: wie können wir die unternehmerische Verantwortung in zukünftige Geschäftschancen umsetzen?

Die Dimensionen unternehmerischer Verantwortung und was daraus folgt:

Erstens: Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern.
Mitarbeiter sind nicht nur Kostenfaktoren. Sie sind Wissensträger, Erfahrungsträger und potenzielle Gestalter neuer Geschäfte. Wer ein Werk schließt, sollte deshalb nicht nur über Abfindungen und Sozialpläne nachdenken, sondern auch darüber, welche neuen Tätigkeiten mit diesen Menschen aufgebaut werden können. Heißt: Aus Mitarbeitern Unternehmer machen.

Zweitens: Verantwortung gegenüber den Kunden.
Unternehmen müssen Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die auch in fünf oder zehn Jahren noch relevant sind. Kundentreue entsteht nicht dadurch, dass man das bisherige Angebot möglichst lange konserviert, sondern dadurch, dass man den Wandel der Kundenbedürfnisse schneller erkennt als die Konkurrenz. Für und mit Kunden neue Geschäftsfelder erschließen.

Drittens: ökonomische Verantwortung.
Gewinne sind keine Gegenspieler der Verantwortung. Ein Unternehmen muss profitabel sein, um dauerhaft investieren, Arbeitsplätze sichern und Innovation finanzieren zu können. Aber Gewinn darf nicht zum einzigen Zeithorizont werden. Innovationen in jeder Hinsicht fördern.

Viertens: ökologische Verantwortung.
Die Transformation zu einer nachhaltigeren Wirtschaft schafft selbst gewaltige neue Märkte – von Energie und Speichertechnologien über neue Materialien bis hin zu Kreislaufwirtschaft und intelligenter Produktion. Aus Nachhaltigkeit neue Geschäftsfelder entwickeln.

Fünftens: technologische und gesellschaftliche Verantwortung.
Künstliche Intelligenz, Robotik, Automatisierung und Biotechnologie verändern ganze Branchen. Unternehmen müssen nicht nur reagieren, wenn diese Technologien ihr bisheriges Geschäft bedrohen. Also prüfen, ob daraus zukunftsträchtige Geschäftmöglichkeiten entstehen können.

Das Beispiel Autoindustrie

Besonders deutlich wird das Problem in der deutschen und europäischen Autoindustrie. Wenn der Absatz klassischer Fahrzeuge zurückgeht oder sich die Wettbewerbsbedingungen verändern, besteht die naheliegende Reaktion darin, Produktionskapazitäten zu reduzieren, Kosten zu senken und Werke zu schließen. Das Festhalten an den Benzinern und den überdimensionierten SUV-Modellen, Solche Maßnahmen können betriebswirtschaftlich notwendig sein. Aber sie beantworten nicht die entscheidende Zukunftsfrage.

Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus und was kommt eventuell nach dem Automobil?

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HN-Redaktion mit KI